Mo.. Apr. 13th, 2026

Bella Italia! Roma, die Toscana, Florenz! Nun ja … Wer einmal durch die Wüsten Norditaliens gefahren ist, der hat sein Bild von Italien zumindest vervollständigt.

Hinter Lecco beginnt die Wüste. Man hat den Eindruck, dass Aliens hier eine Art Versuchsgelände unterhalten. Schnurgerade Straßen, kaum Bäume, sengende Sonne. Betonruinen am Straßenrand.

Dazwischen immer wieder endlose Industrie- und Logistikzentren. Die Orte kernlos. Kaum Läden, keine Bistros, keine Restaurant. Wenn das der reiche Teil Italiens ist, dann muss ich unbedingt mal in den anderen Teil, den Süden.

Ich komme mir vor wie in einer Klimakammer. Gestern noch 15 Grad, starker Wind, starker Regen. Heute 30 Grad, immer noch Wind – diesmal heiß – pralle Sonne auf den Helm. Und trocken ist es hier. Wie gesagt: Wüste.

Was hat uns als Menschen eigentlich dazu gebracht, diese unfassbare Häßlichkeit zu akzeptieren? Das gilt natürlich nicht nur für Norditalien – Brutalismus in Beton als Architekturstil gibt es auch in Deutschland zur genüge. Alles in einem sträubt sich gegen diese Form der Lebensäußerung. Vielleicht ist es auch gar nicht das Leben, das sich dort darstellt, sondern Thonatos.

Ich fahre weiter, verfahre mich zweimal. Nun gut, das passiert. Unangenehmer ist, dass mir kurz vor Turin der Akku meines Händis verreckt – das hätte ich zur Navigation durch Turin gebraucht. Langsam wird es dämrich, es ist kurz vor 19 Uhr. Ach so, Benzin geht auch zur Neige.

Ich fasse also die Lage kurz zusammen: Nach über 400 km im Sattel, mit wenig Sprit und ohne Navi im Berufsverkehr einer Norditalienischen Großstadt auf der Suche nach der Straße ins Susa-Tal. Jackpot!