Heute war alles etwas später. Mit nur gut 4 Fahrstunden laut Google haben wir unser Heim in Riga erst einmal zum Frühstücken in der Altstadt verlassen.

Zu Fuß, denn direkt vor unserer Tür hat es zwei Unfällte gegeben, unabhängig davon war die Brücke über die Düna komplett dicht. Also rüber laufen und dann in einem der vielen kleinen Cafés Kaffee trinken.

Dann wieder zurück laufen und die Bikes startklar machen. Die hatten diese Nacht sicher in einem abgeschlossenen Hof verbracht.

Mittlerweile stellt sich – zumindest ab und an – so etwas wie Reiseroutine ein. Die mitgenommen Sachen sortieren sich langsam so, dass wir nicht immer alles in den fünften Stock schleppen müssen. Außerdem scheinen die Koffer immer größer zu werden … entweder, die Sachen verdichten sich durch das Rütteln, oder wir haben schon was verloren. Man weiß es nicht … die Maschinen verrichten ihre Arbeit anstandslos. Laufen und schnurren ohne Probleme. Ein Kollege aus der Werkstatt meinte vor der Abreise, bei der Enduro düfen bis zu 0,7 l Öl auf 1000 km durch den Auspuff gehen – das würde der Hersteller noch als nicht problematisch durchgehen lassen. Macht bei zwei Maschinen und geplanten 6.500 km knapp 10 l Öl. Aber bisher wird das Öl nicht weniger – wir sind gespannt (und haben zumindest einen Notliter dabei).
Nach dem ersten obligatorischen Verfahren nebst Aufschrauben des Navis ging es nach Norden und dann immer geradeaus. Keine Baustellen wie gestern, dafür der selbe tückische Seitenwind. Starke Böen, die uns fast vom Motorrad geweht haben. Nach gut einer Stunde Pause am Ostseestrand.

Leer, Sonne und Wind, Sand. Für mehr ist es offenbar zu kalt. Keine 20 °C, der Wind macht es deutlich frischer. Da helfen auch kein Vitmaine …

Es geht weiter. Immer geradeaus. Kaum Kurven. Wir freuen uns auf die Fjorde Norwegens …
Ankunft in Tallinn nach 326 km, Google hat die Strecke wieder mal unterschätzt. Passiert regelmäßig, wir wissen noch nicht, warum das so ist. Unsere Gastgeberin ist leider nicht da, wir telefonieren und stellen die Motorräder zu einer Harley in den Garten.

Dort stehen sie gut 😉
Tallinn ist recht leer, immerhin ist es schon deutlich nach 21 Uhr, als wir in die Stadt kommen. Und mit unter 15 °C auch nicht wirklich der typische laue Sommerabend. Vor den Lokalen am Markt versuchen Bedienstete, Gäste zu locken. Nett, aber schon aufdringlich. Wir entschließen uns, das Restaurant ohne Catcher zu besuchen – einen Inder. Bei dem Wetter tun die leicht scharfen Gerichte gut. Jetzt nur noch ins Bett.
Morgen haben wir ein lange Strecke vor uns. Und die Estnisch-Russische Grenze. Wir wissen nicht, was und dort erwartet und wie lange es dauern wird. Schaun wir mal, wir sind gespannt.
Breitengrad: 59° 26′ 20,4″ N - Längengrad: 24° 43′ 35,6″ O - Höhe: 16 m
maps.google.com/?q=59.43900,24.72655