Mo.. Apr. 13th, 2026

Ich starte pünktlich gegen 9.30 Uhr in Murten.

Heute ist noch ein langer Fahrtag, es sollen bis zu 360 km werden, also ca. 6 Stunden netto. Es geht aus Murten heraus, bald auf die 22 bis Solothurn, kurze Pause.

Die Dörfer hier haben viele alte, gut erhaltene Bauernhäuser zu bieten. Fachwerk, mit alten Bäumen davor – so, wie es sich gehört. Sie stehen zwar oft an der Straße, aber die Straße ist nicht aufdringlich. Die alten Dorfstrukturen sind noch da, oder zumindest nicht komplett weg. Das geht in der Schweiz.

Danach weiter auf der 5 Richtung Aarau und Brugg, letztlich lande ich in Koblenz, schon Deutschland. Es ist warm, 27°C – offenbar habe ich das gute Wetter mitgebracht 😉

Die B341 führt mich in langem Bogen um die Schaffhausener Ausbuchtung der Schweiz herum, ein wenig Bundesstraßenhopping, dann bin ich auf der B311, die direkt nach Ulm führt.

Meine erste Begegnung – „The Contact“ – mit Eingeborenen ist ernüchternd. Ein Biker-Lokal mit Terrasse und zahlreichen Moppeds davor hat heute nur „von 11.30 Uhr bis 14.30 Uhr“ geöffnet. Wegen unfassbar „wichtiger Arbeiten“, wie sie mitteilen. Als ob das jemand interessieren würde … es ist 14.16 Uhr, ich bekomme gerade noch eine Saftschorle, das wars dann.Als ich gehen will, muss mir aufgesperrt werden. Und zahlen mit Karte geht erst ab 10,- € – mein grimmiges Gesicht veranlasst die Bedienung wohl dann doch noch, meine Karte zu akzeptieren.

Nach den vielen wunderschönen, höflichen, zuvorkommenden und herzlichen Begegnungen in der Schweiz, Frankreich und Italien frage ich mich, was mit diesem Volk hier passiert ist. So in der Defensive, so verschlossen, so komisch. Ich werde mal den Traumaexperten meines Vertrauens fragen, wie das passieren konnte …

Gegen 17 Uhr bin ich in Ulm, das AirBnb Zimmer kenne ich schon von einer meiner letzten Touren. Die Stadt ist eine meiner „zweiten Heimaten“, es tut gut, hier zu sein. Ich esse lecker, probiere ein Barfüßer.

Dann sitze ich lange auf einer Bank an der Donau und lasse Fluß und Gedanken an mir vorbei ziehen 😉 ein letzter „Espresso dopio, per favore.“ beim Italiener klingt noch einmal wie im Gran Bosco.

Start: Murten
Ziel: Ulm
Via: Solothurn, Aarau, Koblenz
Strecke: 342 km