Mo.. Apr. 13th, 2026

Der laufende Motor eines Lieferwagens weckt mich, bevor der Wecker sein Werk tun kann. Es ist 8 Uhr. Ich packe meine Sachen ein und gehe dann das „kleine Frühstück“ genießen, das im Preis inbegriffen ist. Kaffee, Croissant, Orangensaft. Das passt für die relativ frühe Stunde.

Ich zahle und bin dann wieder auf der Piste. Es ist kühl, der Pass ist in Wolken gehüllt.

Ein paar hundert Höhenmeter weiter abwärts lichten sich aber die Wolken. Vor mir ein LKW – ich wünsche mir eine Ampel: da ist sie! – und ich kann an der Kolonnne vorbei fahren und habe wieder freie Bahn.

Heute ist ein Fahrtag. Am Abend werde ich feststellen, dass ich praktisch die komplette Schweiz durchquert habe. In der Regel nutze ich keine Autobahnen, aber heute mache ich zwei Ausnahmen: zum einen verlasse ich die Fernstraße kurz vor Montreux in Villeneuf, um nicht wie vor zwei Jahren eine Stunde zum Passieren dieses Ortes zu brauchen. Und ich nutze zwischen Bern und Winterthur ebenfalls noch einmal die Autobahn, um den Großraum Zürich zu umfahren. Auf der Hinfahrt hatte ich ja die fehlenden Kreisverkehre und die entsprechenden Staus ausführlich genießen dürfen.

Das Maschinchen läuft und läuft und läuft. Die Kilometer schnurren dahin. Eine kurze Pause mit Kaffee und belegtem Brötchen, dann geht es schon weiter. Irgendwann verkündet das Navi, dass ich 17.09 Uhr in Romanshorn ankommen kann. Die Fähre geht, soweit ich weiß, 17.20 Uhr. Und tatsächlich, ich erreiche wenige Minuten vor dem Ablegen die Fähre. Damit ist meine Reise zu einem vorläufigen Abschluss gekommen, morgen bin ich „nur noch“ in einheimischen Gefiilden unterwegs.

Während das Wetter heute in der Schweiz durchwachsen ist, erwarten mich auf Deutscher Seite malerische Sommerwolken. Ich hatte bei der Fahrt heute immer mal wieder befürchtet, in den Regen zu kommen – diese Befürchtung habe ich jetzt nicht mehr.

Kurz nach 18 Uhr legt meine Fähre an, ich betrete wieder heimatlichen Boden. Noch tanken, dann 15 Minuten bis zur Unterkunft. Im Vorfeld hatte ich überlegt, am Abend noch nach Friedrichshafen rein zu fahren und dort zu essen – aber ein fußläufig erreichbarer Italiener hier in Eriskirch nimmt mir diese „Bürde“ ab. Ich laufe die paar Minuten hin, speise dort lecker und bin schnell wieder in meiner Unterkunft.

Morgen geht es früh weiter. Es stehen noch viereinhalb Stunden Fahrt auf dem Plan, dann werde ich wieder zuhause sein und Frau, Tochter und Katzen in die Arme schließen können 😉 ich werde die Tour, wie eigentlich immer, mit einem weinenden und einem lachenden Auge beschließen.

Jetzt ist aber ersteinmal Nachtruhe, nach diesem Fahrtag werde ich den Schlaf genießen.

Start: Col de Grand Saint Bernard
Ziel: Eriskirch bei Friedrichshafen
Via: Martigny, Montreux, Bern, Romanshorn
Strecke: 395,0 km
Gesamt: 3442,3 km