Gesagt, getan. Von Bardonecchia geht es Richtung Westen raus zur Grenze.

Ich komme in Névache vorbei und bin alsbald in Val-des-Prés. Hier sieht man sehr deutlich die Folgen extensiven Tourismus, insbesondere im Winter. Die Hänge sind entwaldet, mit Lifts vollgestellt. Häßlicher Beton soweit das Auge reicht. Dann doch eher die Ruinen auf dem Monte Jafferau.
Ich fahre Richtung Montgenèvre. Die Straße ist eine Überraschung. Kurven, Kurven, Kurven. Nach den wenigen km/h eine willkommene Abwechslung für Fahrer und Maschine.
Ich tanke noch in Oulx, einem ebenfalls nicht besonders schönen Tourismusort. Und wieder bin ich froh, in „meinem“ Camp gelandet zu sein, das so angenehm untouristisch ist, eben unkompliziert.
Gegen 16 Uhr komme ich zurück, es stehen knapp 110 km auf dem Tacho – hart erarbeitete 110 km.
Mein Zeltplatz, heute früh noch einsam, hat Gesellschaft bekommen. Eine Horde junger Leute aus Deutschland mit 4 oder 5 Motocross-Maschinen auf dem Hänger sind angekommen.

Auf meine Frage: „Was wollt ihr fahren?“ antworten sie: „Alles.“ OK, sie haben 10 Tage – aber für „Alles“ ist auch das sportlich. Angenehm, den Gesprächen dieser Jungs zu lauschen. Es geht um Technik, Motoren, Ersatzteile, Bezugsquellen. Alles unaufgeregt, und, soweit ich das beurteilen kann, profund. Da haben ein paar junge Leute ihre Passion gefunden und leben sie. Wenn sich die Gelegenheit ergibt werde ich sie mal fragen, was sie sonst so machen im „anderen“ Leben.
Der Tag klingt aus mit einer leckeren Pizza und einem Glas Rotwein. Dann ist Schicht im Schacht 😉 ich krabele in meinen Schlafsack und zähle – keine Schafe – sondern Schottersteine. Weit komme ich nicht …
Start & Ziel: Gran Bosco Camping Strecke: 110 km