Mi.. Apr. 15th, 2026

Col de la Montée du Fond? Noch nie gehört, steht auch nicht prominent irgendwo – aber der hat es in sich! Doch der Reihe nach.

Es geht gegen 9 Uhr los. Zelt ist schnell abgebaut und verstaut, dann geht es Richtung Nordwesten, an Briançon vorbei die D1091. Nach ca. 30 km kommt die D902, die zum Col du Galibier führt. Der Pass der Pässe, sagt man. Ich finde, er wird überschätzt. Als sportliche Herausforderungen für Radler in jedem Fall eine Nummer. Aber für Biker?

Die Anfahrt ist nicht so spektakulär – das Wetter hingegen schon wieder, oder immer noch.

Ausblicke auch schön.

Aber oben – Volksfestathmosphäre!

Nicht schön. Noch ein „schräges“ Bild – will man hier wirklich erkannt werden 😉 ?

Und nichts wie weg und weiter. Ich fahre nach Valloire hinein. Wieder das gleiche wie am Pass – voll. Aber es gibt etwas zu trinken und zu essen. Das baut wieder auf.

Danach weiter auf der D902 – der Grande Route des Alpes. Meine nächste Station ist Orelle, von dort, so mein Schweizer Landrover-is-not-a-Jeep Kollege, könnte man eine schöne, nette Route Richtung Norden fahren und käme dann irgendwo bei Moûtiers hieraus. Ungefähr so:

Klingt gut, mach ich doch glatt. Der Einstieg ist ein Traum.

Kleine, feine Straßen mit kleinen, feinen Bergdörfern.

Dann endet der Asphalt, es wird etwas rauer – und schöner.

Ab und an tut ein Blick auf Google-Maps not.

Die Straße entpuppt sich als eine wahre Offroad-Freude.

Und relativ schnell wird es relativ steil und rau. Es geht forsch aufwärts, teilweise stoße ich stehend fahren mit dem Bauch an die Lenkstange – so schräg steht die Maschine. Ich hoffe nur, dass der Hinterreifen hält, schließlich ist dessen Profil mehr oder weniger fertig. Aber er hält!

Ein letzter steiler Anstieg, ein Berg am Berg, dann bin ich oben – auf 2995 m, Col de la Montée du Fond – frei übersetzt: er Pass, den man indirekt besteigt. Genau! Einfach mal drauflos fahren und dann staunen 😉

Oben erwarten mich Schnee, Geröll, sturmartige Winde – und eine phantastische Fernsicht.

Zahlreiche, teils größere Schneefelder.

Rundblicke.

In beide Richtungen.

Den Pass ziehrt eine Bergstation für einen Sessellift – Winterbetrieb. Ich bin froh, im Sommer hier zu sein, da bin ich der einzige hier oben – was für ein Unterschied zum Galibier.

Ich fahre langsam wieder ab, die Nordrampe ist ähnlich steil, allerdings deutlich kürzer.

Mich umgeben Fels und Schnee.

Überraschen schnell lande ich wieder in der Zivilisation, oder in dem, was man dafür hält. Der Ort heißt Val Thorens, glaube ich, so wie das Tal. Aber was heißt hier Ort? Das Ding ist wieder so eine Tourismusmaschine.

In den Berg gesprengter Beton. Ich fahre rein – menschenleer. Geisterstadt. Keine Ahnung, wo die alle sind – Ski fahren sicher nicht. So ein Aufwand für ein paar Wintermonate.

Das sieht aus wie Disney-Land während der Wartungspause.

Heute scheint der „Nichts-wie-weiter!“ Tag zu sein, also nichts wie weiter.

Nach ca. 20 km erreiche ich Moûtiers. Endlich ein Lichtblick. Eine kleine, französische Stadt. Ich kehre ein in die Bar Le Relais des Stations. Bestelle Plat du Jour, auf der Karte stehen Hähnchen mit Pommes. Naja, muss ja was essen.

Aber kommen tut dann dieses hier:

Da merke ich wieder, ich bin Frankreich. Hähnchen mit Pommes à la française. Schmeckt wunderbar, tut wunderbar, ist wunderbar.

Dann noch 18 km bis zu meinem kleinen AirBnb Zimmer unterm Dach.

Mit Terasse, auf der dieser Post gerade entsteht. Eben verschwindet die Sonne hinter den Bergen, es wird angenehm kühl.

Dieser Pass war ein gebührender Abschluss meiner Offroad-Tour. Ab morgen nur noch Straße – aber das ist nach etlichen steinigen Kilometern und ebensovielen Höhenmetern gar nicht so schlecht.

Start: Briançon Camping des 5 Vallées
Via: Col du Galibier, Col de la Montée du Fond
Ziel: Aime-la-Plagne
Strecke: 177 km