Guten Morgen!

Der Tag beginnt gesittet gegen 7.30 Uhr. Die Sonne ist noch nicht ganz hinter den Bergen hervor gekrochen, im Zelt herrschen noch angenehme Temperaturen.
Der Gran Bosco Camping ist bekannt für seine Offroad-Affinität. So gleicht die Campingwiese auch einem Fahrerlager aus aller Herren Länder.

Viele Deutsche, Holländer, Briten, ein Österreicher, kaum Franzosen oder Italiener.
Wie könnte es anders sein, beginne ich den ersten Morgen im Gran Bosco so, wie ich den letzten Morgen vor zwei Jahren beschlossen habe: mit einem kleinen Frühstück an „meinem“ Arbeitsplatz.

Ich suche für heute, den „Ruhetag“, eine einfache und nicht zu lange Tour heraus. Es geht zum Monte Cotolivier, einer Tour, die mit knapp einer Stunden einfach angegeben ist. Plus Anfahrt wären wir bei 3 Stunden, das klingt machbar.
Vorher fahre ich noch in das Centre Commerciale von Oulx, um Kabelbinder für die Reparatur der defekten Halterung fürs Telefon zu besorgen. Klappt gut, ab sofort ist sie wieder benutzbar, besser als vorher.
Dann geht es aufwärts. Ein guter Teil der Strecke führt durch Wald und ist asphaltiert.

Man solle sich aber von der Lieblichkeit des unteren Abschnitts nicht täuschen lassen. Denn es wird ziemlich bald schlagartig anders. Die Trasse erinnert plötzlich eher an ein trockenes Flußbett denn an einen Weg. Das ist schon gar nicht schlecht. Ich komme ins Schwitzen, die Maschine tut, was sie soll. Dann gibt es wieder Abschnitte mit halbwegs „normalem“ Schotter.

Als Belohnung winken die wie immer phänomenalen Aussichten.

Nach ungefähr zwei Stunden ist der Spaß vorbei, ich bin wieder wohlbehalten in Oulx angekommen. Ich fahre ins Camp und nehme meinen Ruhetag wieder auf 😉 mit einem Vesper, was ich mir gestern noch besorgt hatte.
Apropos: heute früh habe ich den Cheffe gefragt, ob es einen Kühlschrank auf dem Camp gebe, in dem die Gäste ihre Sachen verwahren könnten. Er verneint: nach „Corona“ – ich kann es nur noch ein Anführungszeichen setzen – hätten viele Gäste Bedenken gehabt wegen „der Hygiene“. Nun gut, was soll man dazu noch sagen … aber – er zwinkert mir zu – Francesco, der dienstbare Geist hier auf dem Platz, legt meine Sachen gern in seinen Kühlschrank bis heute Abend, ein privater Service sozusagen. Ich bedanke mich herzlich bei den beiden und danke innerlich den vielen, die sich nicht haben in die Angst treiben lassen in jenen Jahren.
Gegen 16 Uhr bin ich zurück im Camp. Ich lese den „Weg der Männer“ fertig und beantworte dann tatsächlich noch ein paar Mails. Geruhsam. Zumal ich im Baumarkt eine 6-fach-Steckdose erworben und zur allgemeinen Nutzung dem Camp überlassen habe. Damit hat die allabendliche Prügelei um die zwei Steckdosen hier ein Ende, hoffe ich 😉 eben geruhsamer.
Morgen ist – nein, nicht geplant, sondern gewünscht – eine Doppeltour. Insgesamt 4 Stunden plus Anfahrten. Da wird aus dem offrödchen dann wahrscheinlich ein offroad. Tja, wir werden alle langsam aber sicher erwachsen.
P.S. Schön, den Post am Abend des nämlichen Tages noch verfertigen zu können.
Start: Gran Bosco Camping
Ziel: Gran Bosco Camping
Via: Oulx, Monte Cotolivier
Strecke: 49,3 km
Gesamt: 1664,5 km